Autorin

MAjda Kadiri Kuhlemann

Geboren zwischen zwei Meeren. Zu Hause in der Sprache der Welt.

PASSAGE: Eine Philosophische FABEL

Ein Adler, dessen Füße gefesselt sind. Ein Fuchs, der sich selbst nie lieben lernte. Passage erzählt die Geschichte zweier Kräfte, die in jedem Menschen leben: der Sehnsucht, frei zu fliegen, und dem Mut, sich selbst endlich anzunehmen.

Die Reise führt von den Gassen Tangers über Meere und Kontinente bis zu einer leisen Erkenntnis: Nicht unsere Flügel entscheiden über unser Leben, sondern das, worauf wir stehen. Eine poetische Fabel über Heimat, Identität und die Freiheit, die im Inneren beginnt.

Das Manuskript ist vollendet – Passage befindet sich derzeit auf dem Weg zu seinem Verlag.

Heimat

Wer in Tanger geboren wird und aufwächst, lernt früh, die Welt nicht in Gegensätzen zu sehen, sondern in ihren Verbindungen. Das Meer trennt nicht, es verbindet. Der Horizont endet nicht, er lädt ein. Heimat ist hier kein Ort, sondern eine Bewegung zwischen Aufbruch und Ankommen, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen dem, was wir waren, und dem, was wir noch werden können.

Freiheit

Freiheit trägt viele Gestalten. Sie beginnt nicht in den Flügeln, sondern im Fundament in dem, worauf ein Leben steht. Erst ein freies Fundament verleiht den Flügeln ihren Sinn.

Selbstliebe

Manchmal suchen wir ein Leben lang nach einer Liebe, die uns vollständig macht, bis wir erkennen, dass wir nicht unvollständig waren, sondern uns selbst verlassen hatten. Passage erzählt von der Rückkehr zu diesem verlorenen Ort im eigenen Herzen. Von dem Augenblick, in dem die Sehnsucht aufhört, im Außen zu suchen, und beginnt, im Inneren zu erinnern. Dort, wo der Mensch sich selbst wiederfindet, wird Selbstliebe nicht zu einem Gefühl, sondern zu einer Heimkehr.

Identität

Wer bin ich? Eine Grenzgängerin zwischen Sprachen, Kulturen und Welten und doch auf der Suche nach etwas, das jenseits aller Grenzen liegt. Passage folgt nicht der Frage, woher ein Mensch kommt, sondern wer er ist, wenn alle Namen, Rollen und Zugehörigkeiten schweigen. Denn jede Reise führt am Ende an denselben Ort: zu der Begegnung mit dem eigenen Wesen. Die tiefste Identität entsteht nicht durch Herkunft oder Ziel, sondern durch den Mut, sich selbst zu erkennen.

Spiritualität

Alte Weisheiten, die Sprache der Natur und die Begegnung mit dem Unsichtbaren begleiten den Weg wie ein stiller Fluss. Am Ende erkennt der Wanderer, dass das, wonach er sein Leben lang gesucht hat, niemals fern war. Es wartete geduldig in ihm – und genau davon erzählt Passage.

Schönheit

Sie entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch Echtheit. In Passage wird Schönheit zum Wegweiser – nicht zu dem, was wir besitzen, sondern zu dem, was wir in uns und in der Welt zu erkennen lernen.

Die fünf Farben von Passage

Fünf Farben erzählen dieselbe Geschichte wie das Buch. Sie sind nicht zufällig gewählt – sie sind Ausdruck einer Identität. Sie stehen für die Reise zwischen Meer und Fluss, zwischen Bewegung und Stille, zwischen Licht und Schatten.

DIE BEIDEN SILBERTÖNE
Die nordische Seite: Ruhe, Klarheit und Ordnung. Liebe zum Detail, Bescheidenheit und eine stille Kraft, die nichts beweisen muss – eine Stärke, die allein durch ihre Präsenz wirkt.
MIDNIGHT VIOLET
Die Farbe, die alle anderen in sich vereint. Eleganz und Tiefe, die eine gewisse Distanz bewahrt und gerade dadurch anzieht. Sie glänzt, ohne sich aufzudrängen – und erinnert daran, dass wahre Schönheit oft im Verborgenen liegt.

LAVENDER VEIL
Die Farbe der Heimat. Sie trägt den Duft von Lavendel, den Rauch der Gassen und die Wärme der marokkanischen Sonne in sich, die Erinnerung an ein Land, das niemals stillsteht.
BUBBLEGUM PINK
Das Meer von Tanger, wenn es mit ganzer Kraft gegen die Felsen schlägt und zugleich lächelt. Kindliche Lebensfreude und die Fähigkeit, die Welt immer wieder mit staunenden Augen zu betrachten.

Die Welt von Passage

Fünf Farben erzählen dieselbe Geschichte wie das Buch. Sie sind nicht zufällig gewählt – sie sind Teile einer Identität: zwischen Süden und Norden, zwischen Bewegung und Stille, zwischen Licht und Schatten.

Der Adler

Der König der Lüfte – Sinnbild von Freiheit, Stärke und grenzenloser Weite. Doch kein Flügel der Welt kann einen Adler tragen, wenn sein Fundament gefesselt ist. Der Adler steht für das Bewusstsein: für den Teil in uns, der wachsen, verstehen und in die Weite fliegen möchte.

DER FUCHS

Er steht auf zwei Beinen. Stolz, schön, klug, unverwechselbar. Und dennoch trägt er einen Schmerz in sich, den niemand sieht: Er hat sich selbst nie lieben gelernt. Seine Geschichte ist die Geschichte vom Mut, sich endlich selbst zu begegnen.

Das Hemd

Jede Geschichte beginnt mit etwas Unscheinbaren. Meine beginnt mit einem weißen Hemd. Ich glaubte, ich hätte es gewählt. Erst viel später begriff ich. Es war das weiße Hemd, das mich wählte.

 

TANGER

Eine Stadt mit vielen Gesichtern: zwischen Atlantik und Mittelmeer, zwischen Tradition und Moderne, zwischen Sprachen, Religionen und Lebensweisen. Hier beginnt die Passage – und hierhin kehrt sie zurück.

„Solange das Fundament gefesselt ist, vermögen selbst die stärksten Flügel niemanden zu tragen. Erst ein freies Fundament verleiht den Flügeln ihren Sinn.“

„So vermag auch das Herz, wie die Meere, zwei Welten zu tragen, ohne dass eines das andere tilgt.“ So trägt auch das Herz das Meer und den Fluss zugleich in sich. Es lebt aus zwei untrennbaren Welten, ohne dass die eine die andere verdrängt. Gerade in ihrer Verbundenheit liegt seine ganze Tiefe.

Über Majda

Ich bin in Tanger geboren – einer Stadt zwischen zwei Meeren und zwei Kontinenten, zwischen Tradition und Moderne. Vielfalt war für mich nie etwas Besonderes; sie war mein Alltag. Zwei Strömungen fließen seither durch mein Leben: die spirituelle Tiefe meiner Kindheit an der Seite meines Großvaters, eines Sufi-Gelehrten, und die kulturelle Offenheit einer weltgewandten Familie. Für mich standen diese Welten nie im Widerspruch – sie ergänzen einander wie zwei Flüsse, die in dasselbe Meer münden.
Mein Weg führte mich nach Deutschland: Studium der Internationalen Beziehungen und Politikwissenschaft in Tanger und Göttingen, dazu Sprachen, Reisen und schließlich das Schreiben. Seit 2019 gehört es zu meinem Leben wie das Atmen. Denn erst wenn ich schreibe, fühle ich mich vollkommen: Ich erschaffe nicht nur Sätze – ich erschaffe Atmosphäre. Ich ordne Gedanken, wie andere Blumen ordnen.
Ich dekoriere Tische – und ich dekoriere Wörter.

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